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as war das schlimmste, was Euch je auf Tour zugestossen ist?

Happy Tom von TURBONEGRO:

"Wir hatten schon eine ganze Menge "Near Death-Experiences", etwa als wir bei 20 Grad Minus und Schneefall in einem abgefuckten deutschen Bandbus ohne Heizung, aber mit Sommerreifen und einem betrunkenen Fahrer von Oslo nach Hamburg fuhren, doch am schlimmsten war die Sache in Spanien.

Pål stand nach dem Konzert an die Wand gelehnt da, völlig erschöpft, weil er sich auf der Bühne immer völlig verausgabt. Jemand rempelte ihn an, und er fiel einfach um, lag mit starren, aufgerissenen Augen auf dem Boden. Wir kippten im Wasser ins Gesicht, gaben im Ohrfeigen - keine Reaktion. Wir legten ihn auf ein Sofa, versuchten ihn anzusprechen - nichts.

Zum Glück war ein Krankenhaus ganz in der Nähe, wir brachten ihn hin und die Schwester an der Notaufnahme sah nur seine Aussagen und schlug Grossalarm. Sie packten ihn auf eine Liege, rannten mit ihm los und im Behandlungszimmer stand schon ein Arzt, der ihm sofort eine Adrenalinspritze in den Arsch rammte. Anschließend beobachtete der Arzt, er hatte eine Brille, seine Augen. Und dann wachte Pål plötzlich auf und schrie auf Norwegisch total aggressiv los: "Was willst du von mir, du verdammte Brillenschlange!" Das war echt der Horror, aber war dann nach ein paar Tagen Ruhe wieder o.k.

Was war passiert? Er hatte zwei Tage lang nichts gegessen, und so war nach dem Konzert sein gesamter Blutzucker aufgebraucht und er brach zusammen."




Blind Marky Felchtone von ZEKE:

"Wir haben auf Tour schon zig Horrorstories erlebt, aber die härteste Sache war, als Donny bei einem Konzert mit dieser Frau sprach, die ein relativ bekannter Pornostar ist. Irgendwie kamen die beiden sich wohl zu nahe, und da hat ihr Freund Donny eine aufs Maul gehauen. Daraufhin gingen Donny und unser Roadmanager Jason auf ihn los, was zur Folge hatte, dass dessen Freunde sich einmischten, und so schaukelte das sich immer weiter hoch, bis schliesslich so ziemlich alle Leute aus dem Club draussen auf der Strasse prügelten. Das sah beinahe aus wie ein Moshpit, haha. Als wir dann irgendwann in unser Hotelzimmer zurückkehrten, stellten wir fest, dass Donny Blut aus dem einen Ohr lief. Wir bekamen Schiss, dass er eine üble Kopfverletzung hat, doch er meinte, es gehe ihm gut.

Am nächsten Abend schaffte Donny es dann irgendwie, sich einen Drumstick ins Auge zu bohren. Das klingt vielleicht witzig, doch als wir Donny in den Backstageraum brachten und ihm den Stick aus dem Auge zogen, floss da diese seltsame Flüssigkeit raus. Wir gerieten in Panik, wollten ihn ins Krankenhaus bringen, aber er behauptete, er sei o.k.

Am nächsten Abend sind wir zusammen in unserem Hotelzimmer, Donny kippt sich gerade Augentropfen in sein verletztes Auge, als ich plötzlich diesen dumpfen Schlag höre. Ich drehe mich um, und Donny liegt bewusstlos und lang ausgestreckt auf dem Boden. Ich brülle ihn an "Steh auf!", er macht die Augen auf, steht auf und fragt, was denn los sei. In dem Augenblick fällt er wieder um. Also fahren wir ihn endlich ins Krankenhaus, die Ärzte untersuchen ihn von Kopf bis Fuss und kommen schliesslich zum Ergebnis, dass mit ihm absolut alles in Ordnung ist. Bis heute bin ich mir sicher, dass die Ärzte irgendwas übersehen haben müssen - allerdings fühlt sich Donny bis zum heutigen Tage pudelwohl..."



Marc von ZEN GUERILLA:

"Mein schlimmstes Erlebnis auf Tour? Ich habe mal meine Schuhe in einer Raststätte vergessen und das erst sechs Stunden später gemerkt. Eigentlich kein grosses Problem - nur habe ich Schuhgrösse 16 (dürfte so ungefähr der deutschen Grösse 55 entsprechen...).

In der Grösse kriegst du natürlich nicht an jeder Ecke neue Schuhe, also musste ich an dem Abend in Socken spielen, wobei ich mir ziemlich lächerlich vorkam."




Roger Miret, AGNOSTIC FRONT:

"Auf einer US-Tour ist am zweiten Tag unser Van ausgebrannt - mit all unserem Gepäck ..."




Craig Setari von SICK OF IT ALL:

"Es gab schon ein paar Near Death Experiences, aber das schlimmste war, als wir im Winter in der Schweiz gespielt haben und nachts eine enge, steile Bergstrasse entlangfuhren, bei der du nur einmal falsch bremsen musst und schon bist du tot. Und plötzlich zerplatzt aus heiterem Himmel die Frontscheibe, wir haben nichts mehr gesehen und nur unserem Tourfahrer Mark, der sofort die Scheibe zur Seite fegte, ist es zu verdanken, dass wir heute hier sitzen."




Lou Koller von SICK OF IT ALL:

"Wir waren mal mit STRIFE auf Tour. Die sind in einem Wohnmobil mit Alkoven über dem Fahrerhaus unterwegs gewesen, und nach einem Konzert machten zwei von der Band mit uns noch Party, während ihr Fahrer schon fahren wollte.

Also beschlossen sie, bei uns im Bus mitzufahren. Als wir am nächsten Tag am Club ankamen, war ihr Bandbus aber nicht da - und es stellte sich heraus, das ihr Bus einen Unfall hatte, bei dem die Schlafkabine, in der sie normalerweise gelegen hätte, völlig zerschmettert wurde."




Steve von MID YOUTH CRISIS:

"Wir haben mal auf einem Festival in Wollagong gespielt, und die Veranstalter hatten aus irgendeinem Grund superviele Security-Typen angeheuert. Vor dem Konzert spielten wir mit den Leuten von BODYJAR noch etwas Fussball, und diese Security-Typen nervten endlos rum, wir sollten aufhören. Irgendwie bauschte sich die Sache auf, ein Security-Typ ging auf den Bassisten von BODYJAR los und wir waren ziemlich angepisst. Als wir dann auf der Bühne standen, kotzten wir natürlich ohne Ende über die Security ab, nannten die Typen Faschisten und schrien rum, sie sollten sich verpissen.

Die fanden das zwar nicht gut, konnten uns aber schlecht vor aller Augen von der Bühne holen. Nach der Show allerdings kam der Veranstalter in den Backstageraum und meinte, wir sollten besser mal da drin bleiben, weil die ganzen Securitytypen nur auf uns warten würden, um uns aufs Maul zu hauen. Wir waren also gefangen und sassen zitternd im Backstageraum. Irgendwer rief dann die Polizei, die kamen auch und eskortierten uns zum Bandbus, wo wir feststellen mussten, dass unser Bus vier platte Reifen hatte. Also eskortierten uns die Bullen zu einer Werkstatt, wir besorgten neue Reifen und wurden schliesslich noch aus der Stadt begleitet - Mann, das war zum ersten Mal in meinem Leben, wo ich der Polizei wirklich dankbar war."